Dino Hunter – Deadly Shores im Spieletest: Muss Spielspaß so teuer sein?

Name: Dino Hunter – Deadly Shores | Genre: Action | Erhältlich für: PC, iOS, Android | Hersteller: Glu | Geeignet für: Teenager und Erwachsene

Vor rund zwei Monaten schrieb der Dinosaurierexperte Pascal Godefroit im Belgischen Institut für Naturwissenschaften einen spannenden Artikel an die Fachzeitschrift „Science“. Neuen Erkenntnissen zufolge haben wir eine gänzlich falsche Sicht auf die Urviecher. Laut jüngsten Funden gehen die Forscher davon aus, dass alle Dinosaurier Federn besaßen. Dementsprechend also auch T-Rex und die bekannten Velociraptoren aus Spielbergs Filmklassiker „Jurassic Park“. Im Spiel Dino Hunter – Deadly Shores, welches als App und auf Facebook erlebt werden kann, triffst du allerdings noch auf die ungefiederten Versionen dieser mächtigen Urzeitwesen. Dein Auftrag klingt einfacher, als er ist: Knall die Urzeitkreaturen ab.

Dino Hunter: Screenshots

Schicke Grafik und Nervenkitzel

Mit dem Gewehr im Anschlag stehst du nun da. In einer Welt, unserer Welt, vor Millionen von Jahren. Einige Hadrosaurier ziehen unweit von dir vorbei. Du schaust durch dein Zielfernrohr, schaltest auf den Röntgenmodus und siehst deren Lungen, Herzen, Gehirne. Triffst du als Scharfschütze diese sensiblen Bereiche, fügst du dem Dino deutlich mehr Schaden zu. Dies bringt nicht nur mehr Geld ins Kässchen, sondern hilft bei mächtigeren Echsen immens. Deine Chance scheint auf einmal gekommen: Eines der Tiere verweilt einen kurzen Moment. Du drückst ab, die Kamera folgt deiner Kugel bis zum Ziel. Treffer. Die Mission war erfolgreich. Dank der schönen Animationen und den toll generierten Dinosauriern wirkt die Situation fast schon real. Danach stehen Velociraptoren auf der Abschussliste. Besser, du besorgst dir noch kurz ein paar Upgrades für deine Waffe, denn diese Jungs sind ein ganz anderes Kaliber und wehren sich!

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Eine nicht ganz billige Jagt

Dino Hunter – Deadly Shores ging das allseits beliebte Deer Hunter voraus. Unterschiede gibt es nicht nur in der Optik, sondern vor allem auch im Bezahlsystem. Während im ersten Kartenabschnitt der Facebook-Version nun wirklich genug Bares zusammenkommt, wird der finale Abschuss des T-Rex schon jäh unterbrochen. Drei Kugeln reichen für diesen Riesen einfach nicht aus und das Nachladen dauert viel zu lange. Du besitzt bereits alle Upgrades für deine Waffe, brauchst nur noch ein größeres Magazin. Sechs Schuss, gut platziert, müssten reichen. Doch Moment, dieses letzte Upgrade kostet Goldmünzen. 50 an der Zahl. Pro Levelaufstieg gibt’s aber nur eine. Zum Glück darfst du Münzen umsonst erhalten, indem du Umfragen beantwortest oder Probeabos abschließt. Einziges Manko: Diese Freimünzen kommen nie an! Bei der Facebook-Version haben wir drei unterschiedliche Möglichkeiten getestet: eine Umfrage, ein Probeabo und eine Gaming-App, die wir bis Level 5 spielen mussten. In keinem der Fälle wurde das versprochene Gold gutgeschrieben. Also auf zum Shop. Aber was soll das denn nun? 5 Euro sollen wir bezahlen, um uns dieses eine Upgrade leisten zu können? Vielleicht hättest du die fünf Euro bezahlt, immerhin wollen die Entwickler ja auch etwas verdienen. Wir jedoch waren gespannt auf weitere Infos. Wenn das Freigold schon nicht gutgeschrieben wird, wie ist es dann bei den Pay4Play-Einkäufen?

Auf Android ist die Lage nicht besser

Während die Recherche auf Facebook läuft, wird die Android-Version getestet. Diese ist spielerisch faktisch identisch, abgesehen von ein paar Macken bei der Kollisionsabfrage (Körpertreffer statt Kopf zum Beispiel). Und obwohl die erste Welt einfacher zu sein scheint, trüben endlose Werbeeinblendungen den Spielspaß immens. In den Kommentaren auf Google Play findest du gleich weitere Hinweise auf das Bezahlsystem. So wird dort unter anderem vermerkt, dass bestimmte Spielabschnitte nur mit echtem Geld freizukaufen sind. Goldeinkäufe werden nicht immer freigegeben. Solltest du ein Gerät mit einem kleinen Bildschirm (kleiner als 5 Zoll) spielen wollen, empfiehlt sich Dino Hunter – Deadly Shores gar nicht. Das ist alles sehr demotivierend.

Fazit

Es begann so eindrucksvoll und wurde wunderbar in Szene gesetzt, bis…tja, bis das Bezahlsystem ins Spiel kam. Und dies ist wirklich wörtlich zu nehmen. Stell dir vor, du bezahlst rund 17 Euro, um damit eine bestimmte Welt und noch wenige Upgrades für deine Waffen zu erwerben. Dazu kommen je nach Waffengattung oder Art des Upgrades zusätzlich etliche Euro, nur um im Spiel fortzuschreiten. Am Ende klopfst du auf deine Geldbörse und bemerkst: Jeder aktuelle Top-Titel wäre letztlich billiger gewesen. Dino Hunter – Deadly Shores hat mit Abstand eines der kostenintensivsten Strukturen, die wir je bei einem Casual-Spiel gesehen haben. Die Kostenfalle, von welcher so oft berichtet wird, ist hierbei wirklich ernst zu nehmen. Spätestens nach dem ersten Kauf wird dir bewusst, dass es nicht der letzte sein wird. Wir verstehen die Entwickler, würden sie einfach 4,99 Euro für das Game als Vollversion ohne Werbung (Android) oder Bezahlsystem (Facebook) haben wollen. Das wäre fair! So jedoch bleibt nur eines von dem ehemals gutem Vorsatz eines neutralen Tests übrig: Abzocke!

  • Super Animationen
  • Real wirkende Waffen
  • Schöne Hintergründe

  • Echtgeldabzocke
  • Mangelhafte Kollisionsabfrage in der werbegefüllten Android-Version

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