Sherlock – The Network Spieletest: Knobeln für englische Wortakrobaten

Name: Sherlock – The Network | Genre: Rätsel- & Puzzle-Spiel | Erhältlich für: iPad, iPhone, iPod Touch | Hersteller: The Project Factory | Geeignet für: Teenager und Erwachsene

Die dritte Staffel der Serie um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes ist gerade in England gelaufen. Bei uns dauert es leider noch bis Pfingsten. Wenn du Fan bist und es nicht mehr aushalten kannst, darfst du dir bis zum Staffelstart die Zeit mit Sherlock – The Network vertreiben. Wie gut das Rätselspiel für iOS-Geräte ist, erfährst du bei uns im Spieletest.

Sherlock – The Network: Screenshots

Schick und aufwändig umgesetzt

Sherlock – The Network ist eine mit Minispielen angereicherte Rätselei. Es ist wie die Serie in London angesiedelt, das in exklusiven Filmsequenzen gezeigt wird. Du spielst einen Informanten des Homeless-Networks, der für Sherlock Holmes und Dr. Watson Aufträge erfüllt. Worum es darin geht, möchten wir hier natürlich nicht verraten. Von Entführungen über Giftgas-Anschläge bis zu Morden ist alles dabei – wie in der Serie eben. Die Aufgaben erhältst du von Holmes oder Watson in kurz Sequenzen per Video oder Anruf im Spiel. Bei der Präsentation hat sich der Entwickler The Project Factory wirklich Mühe gegeben.

Auf Rätsel-Streifzug durch London

Ausgangspunkt einer jeden Mission ist die Übersichtskarte Londons. Entweder nimmst du eine Aufgabe in deiner unmittelbaren Umgebung wahr oder begibst dich zu Fuß, per U-Bahn oder mit dem Taxi dorthin. Mit letzteren Transportmittel bist du schneller am Ziel, musst dafür aber Spielwährung bezahlen und ein Minispiel absolvieren. Je länger du für die Lösung des Falls brauchst, umso weniger Punkte ergatterst du am Ende. Die Teilaufgaben einer Mission sind dann wiederum Minispiele, die schwieriger sind als das Verschieben des Taxis und das Legen der Strecke bei deinem Streifzug durch London.

Mit Minispielen zum großen Ganzen

Beispielsweise musst du Audiodateien so anpassen, dass sie in der richtigen Geschwindigkeit laufen. Oder du entschlüsselst per Zahlencode ein Bild und entlockst ihm so die Informationen. Wimmelbilder dürfen natürlich auch nicht fehlen, ebenso wie eine abgespeckte Version des Knobel-Klassikers Mastermind. Löst du die Herausforderungen, erhältst du Indizien und Beweise, die dir helfen, den Fall zu meistern. Die Minispiele wiederholen sich im Laufe der zehn Aufträge natürlich irgendwann. Da sie aber mit fortschreitenden Spielverlauf knackiger werden, ist das vollkommen in Ordnung. Wenn du genug Beweise beisammen hast, setzt du diese im sogenannten Mind Palace zusammen. Das besteht aus wichtigen Begriffen, die um Sherlock Holmes Kopf kreisen. Die drei richtigen ausgewählt und der Fall ist gelöst.

Trailer: Sherlock – Staffel 3

Adleraugen putzen und Ohren spitzen

Im Grunde ist Sherlock – The Network ein solides Rätselspiel, das seine Lizenz schön nutzt, statt sie nur auszuschlachten. Du wirst zwar hier und da doch etwas durch die Levels geschleust, was letztlich aber nicht schlimm ist. Denn einige Zusammenhänge, die du dann bei der Auflösung siehst, ergeben sich wohl wirklich nur Sherlock Holmes selbst. Wenn du zur Lösung das Lied La Cucaracha im Hintergrund einer Audiodatei raushören musst, während du eher auf die Stimme im Vordergrund achtest, scheint das etwas weit hergeholt. Zumal das Lied von einem Eiswagen gespielt wird und einen Löwen zur Flucht treibt. Und das ist nur ein Teil der Auflösung. Dies ist glücklicherweise nicht bei allen Spielen so. Für Menschen ohne Sherlock Holmes‘ Verstand ist das zwar am Ende nachvollziehbar, aber etwas „too much“, wie der Engländer sagt.

Nur für Englisch-Fans

Und Englisch solltest du wirklich sehr gut beherrschen, wenn du das Spiel genießen willst. Momentan gibt es nämlich keine deutsche Version von Sherlock – The Network im AppStore. Da sich das Spiel an Teenager- und Erwachsene richtet, ist also nicht mit „Hello, my name is Sherlock.“-Englisch zu rechnen, sondern mit Slang und Ausdrücken, die Niveaustufe C1 bis C2 voraussetzen. Hardcore-Fans schnappen sich einfach ein Wörterbuch und haben dennoch ihren Spaß.

Fazit

Sherlock – The Network ist für Serienfans ein Muss – gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Die Minispiele zur Lösung der Fälle spielen sich recht spaßig und sind fordernd, ohne dabei frustig zu werden. Auch die Präsentation ist schick und überzeugt mit den zahlreichen Video- und Tonaufnahmen, sowie Fotos von Tatorten. Die Oberfläche und Steuerung sind auf das Wesentliche reduziert, ohne karg zu wirken. Dass die Fälle zwar logisch, aber manchmal schwer nachvollziehbar sind, liegt nicht nur an der Sprache. Für angehende Detektive, die keine Sherlock-Fans sind, bleiben die Anspielungen auf die Serien ein Buch mit sieben englischen Siegeln. Liebhaber des Meisterdetektivs und Native Speaker können jedoch getrost zuschlagen.

  • Exklusive Filmsequenzen mit Holmes und Watson
  • Durchdachte Fälle für IQ-Monster
  • Nette Minispiele
  • Minimalistische und doch moderne Oberfläche
  • Vergleich der Punkte mit Freunden möglich

  • Momentan nur auf Englisch
  • Mit 4,49 Euro etwas teuer
  • Wiederspielwert nicht sonderlich hoch
  • Keine Universal-App

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