„Solche Momente sind der Wahnsinn“: Interview mit dem Spiele-Entwickler Klemens Strasser

klemens-strasser

Klemens Strasser ist erst 22 Jahre alt, doch der Spiele-Entwickler hat schon einiges erreicht. Zum Beispiel wurde seine App Elementary Minute mit dem Apple Design Award ausgezeichnet. Kürzlich veröffentlichte Klemens ein neues Game: Asymmetric. Damit möchte er nicht unbedingt reich und berühmt werden. Er verfolgt damit ganz andere Ziele. Welche? Das erfährst du in unserem Interview mit dem Studenten der Technischen Universiät Graz.

Spielesnacks: Was ist an Asymmetric besonders? Wie kann es aus den Millionen von Spiele-Apps, die es mittlerweile gibt, herausstechen?

Klemens Strasser: Ich finde, das Besondere ist das Spielprinzip. Es ist etwas Neues und es ist einfach zu verstehen. Und es bietet trotzdem genug Freiraum, um das Spiel abwechslungsreich zu machen.

Denkst du, du wirst damit berühmt und erfolgreich? Oder hast du andere Ziele, warum die das Game entwickelt hast?

Nein. Ich glaube und erwarte nicht damit reich und erfolgreich zu werden. Aber das ist eben auch nicht mein Ziel. Viel mehr geht es mir darum, den Leuten einfach Freude zu bereiten. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber dazu möchte ich kurz etwas erzählen.

Während ich mein Spiel auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen dieses Jahr ausgestellt habe, konnte ich so viele tolle Emotionen miterleben, die bei Leuten durch Asymmetric ausgelöst wurden. Von der Freude, ein Level verstanden und gelöst zu haben, bis hin zu einem breiten Grinsen beim Erblicken der Charaktere. Solche Momente sind einfach der Wahnsinn. Und das ist ein großer Grund, wieso ich meine Spiele mache. 

Außerdem will ich einfach mein Geld mit Projekten verdienen, von denen ich selbst begeistert bin und hinter denen ich voll und ganz stehe. Ich hoffe, dass der Release von Asymmetric mich einen Schritt näher an dieses Ziel gebracht hat. 

Die App ist ausschließlich von dir entwickelt worden. Wie schafft man es als „One Man Show“ solch ein Projekt zu stemmen? 

assymmetric-picAuch wenn ich die ganze Entwicklung, das Design und das Marketing ganz allein gemacht habe, so haben viele anderen mir geholfen, das stemmen zu können. Von meinen Freunden und meiner Familie, die sich immer und immer wieder meine Ideen anhören mussten, bis hin zu meinen unzähligen Testern hatte ich einfach wahnsinnig viel Unterstützung. Dafür bin ich auch unglaublich dankbar.

Außerdem muss man hier auch noch erwähnen, dass ich einen Teil von Asymmetric nicht selbst umgesetzt hab. Die Musik stammt nämlich von Stefan Putzinger, der mir wirklich einen wunderschönen Piano-Soundtrack komponierte. 

Was lief bei der Entwicklung gut?

Vieles lief gut. Aber ich war besonders begeistert wie ich mich selbst während des Projekts steigern konnte. Ich bin eigentlich kein Grafiker, und wenn man sich die ersten Entwürfe meiner Asymmetric-Charaktere anschaut, dann sieht man das auch. Doch ich habe mich in dem Bereich durch stundenlanger Beschäftigung so steigern können, dass ich etwas geschaffen hab, auf das ich einfach stolz bin.  

Was lief nicht so gut bei der Entwicklung von Asymmetric?

Was vielleicht nicht immer so gut läuft, ist das Pitchen von Asymmetric bei unterschiedlichen Webseiten und Redakteuren. Bei Spielesnacks.de hat es anscheinend gut geklappt – aber von so vielen habe ich nicht mal eine Antwort bekommen, obwohl ich Stunden daran gesessen bin, individuelle Mails zu schreiben. In dem Bereich hab ich noch einiges zu lernen.

Dein letztes Spiel, Elementary Minute, gewann einen Apple Design Award. Wie kam es zu dieser Auszeichnung? 

Wie genau es dazu kam, weiß ich nicht wirklich. Die Apps, die bei den Apple Design Awards ausgezeichnet werden, werden von Apple im Geheimen ausgesucht. Bis zum Tag der Verleihung weiß also niemand (außer Apple), wer gewinnen wird. Man kann keine Apps einreichen und es gibt auch keine Nominierungen. 

Ich habe damals ein Scholarship für die WWDC (das ist die Entwicklerkonferenz von Apple) in San Francisco gewonnen und bin mehr oder weniger zufällig im Raum gesessen, als auf einmal mein Name auf der Leinwand aufgetaucht ist. 

Welche Folgen hatte die Auszeichnung? Wurde das Spiel damit zum Download-Hit und du residierst nun in einer Villa? 😉

Downloads gab’s viele – viel mehr als ich mir je erträumt habe. Aber von der Villa bin ich noch weit entfernt.

Die Auszeichnung war eher eine Bestätigung, dass man es auch als Student und “Freizeitentwickler” schaffen kann, eine App zu entwickeln, auf die ein riesigen Konzern wie Apple aufmerksam wird. Das ist einfach ein Motivations-Boost sondergleichen!

Du hast sicherlich schon Ideen für weitere Spiele, oder? Magst du kurz aus dem Nähkästchen plaudern?

Natürlich hab ich kleinere Ideen, aber nichts wirklich Konkretes. Ich hab auch nicht vor in näherer Zukunft ein neues Spiel zu machen.

Viel wichtiger ist es jetzt erst einmal Asymmetric mit Updates zu versorgen, und hier hab ich noch einiges geplant. Am 15. Dezember kommt ein Weihnachts-Update, danach beginne ich mit der Arbeit an den nächsten 12 Leves sund dem Online-System, über das Spieler dann ihre eigenen Level online teilen können. Man darf also gespannt sein 😀 

Vielen Dank für das Interview. Und weiterhin viel Erfolg mit deinen Spiele-Apps!

Trailer zu Asymmetric

Magst du den Beitrag teilen?Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someonePin on PinterestShare on LinkedIn

Kommentar schreiben